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Wir müssen über’s Fliegen reden!

Welche klimatischen Auswirkungen hat die Luftfahrt?

Fliegen ist die Transportart welche das Klima am meisten schädigt. Zahlen und Fakten.

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Wie schlecht ist das Fliegen für deinen CO2-Fußabdruck?

Erfahre, wie sehr Fliegen zu deinen Klimaauswirkungen beitragen kann und wie es sich damit im Vergleich zu anderen Aktivitäten verhält.

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Wie ungerecht ist Fliegen?

Nur eine globale Minderheit fliegt überhaupt. Vor allem ein paar Vielflieger heizen den Planeten auf.

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Warum ist Emissionsausgleich nicht die Lösung?

Fluggesellschaften bieten Fluggästen an, ihre Emissionen zu kompensieren, indem sie etwas mehr bezahlen. Was ist hierbei das Problem ?

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Ist umweltfreundliches Fliegen möglich?

Können wir zukünftig nicht klimaneutral fliegen? Erfahre, was an technologischen Lösungen des Problems schwierig ist.

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Warum sind die Klimaauswirkungen der Luftfahrt unzureichend reguliert?

Lies, wie der Industrie erlaubt wurde sich ihre eigenen Regeln zu machen und weiter zu verschmutzen.

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Warum ist das Fliegen so irrwitzig billig?

Die Luftfahrtindustrie ist von fast jeder Steuer befreit, während andere die Kosten zu zahlen haben.

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Welche politischen Veränderungen brauchen wir?

Anstatt dem Wachstum der Luftfahrt einen grünen Anstrich zu verpassen, ist es an der Zeit, die Luftfahrt zu verringern.

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Was passiert, wenn Flughäfen zunehmen?

Weltweit bedrohen 1200 Flughafenprojekte die Lebensgrundlage und die biologische Vielfalt.

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Welche klimatischen Auswirkungen hat die Luftfahrt?

Die Klimakrise zu stoppen, ist die größte Herausforderung, vor der die Menschheit jemals stand.

Wenn wir allen Menschen auf dem Planeten eine lebenswerte Zukunft sichern wollen, müssen wir die globale Erwärmung so niedrig wie möglich halten und gefährliche Kipppunkte vermeiden. Dies erfordert enorme und dringende Anstrengungen. Wir müssen aufhören, fossile Brennstoffe zu verbrennen, und die Regeln des Systems ändern. Aber derzeit befinden wir uns auf einem Flug in Richtung Klimazusammenbruch.

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Aviation is the most climate-harming mode of transport. Today, air travel accounts for about 5-8% of global climate heating. In European countries, home to many frequent flyers, the share is even bigger. Still, the aviation industry wants us to believe that aviation accounts for only 2 % of global emissions. But that’s not the whole picture: aviation’s climate impact isn’t limited to CO2. Due to different emissions other than just the CO2 taking place at altitude, there is an total climate impact of flights that is 1.9 to 4.7 times the effect of the emitted CO2 alone, depending on flight altitude, distance, kerosene and airplane type. 

 

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Die Branche rechnet mit einer Verdoppelung der Luftverkehrsnachfrage in den kommenden 20 Jahren. Dieses rasche Wachstum könnte bedeuten, dass um 2050 die Luftfahrt allein ein Viertel des weltweiten CO2-Budgetsaufbrauchen könnte, dem Budget, das der Menge von Kohlendioxid-Ausstößen entspricht, die erlaubt ist, um den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu halten. Wenn wir die Klimakrise ernst nehmen, gibt es keinen anderen Weg, als die Wachstumspläne zu stoppen und anzufangen, die Luftfahrt zu verringern.

Wie schlecht ist das Fliegen für deinen CO2-Fußabdruck?

Spoiler: Es ist sehr schlecht.

Für jede Tonne Kohlendioxid, die eine Person emittiert, verschwinden drei Quadratmeter arktischen Sommer-Meereises. Das bedeutet, dass ein Passagier durch einen Transatlantikflug für den Verlust von mindestens sechs Quadratmetern Eis verantwortlich ist. Bei einem prognostizierten Meeresspiegelanstieg von mehr als einem Meter bis zum Ende dieses Jahrhunderts, zählt jeder Meter Eis … nicht nur für die Pinguine, deren Lebensraum und Bestand sich zusehends verringert.

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Ein Langstreckenflug erzeugt mehr CO2-Emissionen, als viele Menschen auf der ganzen Welt in einem ganzen Jahr produzieren – und mehr als ein durchschnittlicher Europäer mit Heizen und Essen emittiert. Der Unterschied ist, dass in den meisten Fällen, Heizen und Essen wohl wichtiger sind als eine Urlaubsreise mit dem Flugzeug. Um die Klimakrise zu bekämpfen, ist es dringend notwendig, unsere Lebensweise in allen Bereichen in Frage zu stellen – sei es Ernährung oder Verkehr. Die gute Nachricht ist: Es gibt klimafreundliche Alternativen zum Fliegen. Eine Fahrt mit dem Zug kann bis zu 70-mal weniger Emissionen ausstoßen als ein Flug.

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Die Veränderung des eigenen Reiseverhaltens ist ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung der Klimakrise. Indem du spannende Geschichten über Erlebnisse terranen Reisens erzählst, kannst du deine Familie und Freunde dazu inspirieren, dasselbe zu tun. Und wenn wir politischen Druck aufbauen, können wir die Regeln ändern, so dass terranes Reisen für alle einfacher wird, mit erschwinglichen und komfortablen Zügen und Passagierschiffen, einfachen Buchungssystemen und attraktiven Vorort-Optionen.

Wie ungerecht ist Fliegen?

„Die Jet-Set-Gewohnheiten von Bill Gates und Paris Hilton bedeuten, dass sie erstaunliche 10.000-mal mehr CO2-Emissionen mit Flügen produzieren als die Durchschnittsperson“, heißt es in einer aktuellen wissenschaftlichen Studie. Wer fliegt, wer nicht – und wer kann nicht fliegen?

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Um den globalen Temperaturanstieg auf unter 1,5 Grad zu halten, müßte im globalen Durchschnitt jeder die verbrauchsbasierten Treibhausgasemissionen senken auf 2,5 Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr 2030, auf 1,4 Tonnen bis 2040 und auf 0,7 Tonnen bis 2050. Ein Langstreckenflug allein übersteigt dieses Budget bereits.

Der Luftverkehr ist ein Haupthindernis für Klimagerechtigkeit. Während es den Westeuropäern normal erscheinen mag zu fliegen, gab es diese „Normalität“ erst in den letzten Jahrzehnten, und sie ist weltweit gesehen noch selten. Es ist schwierig genaue Zahlen zu finden, aber Schätzungen zufolge haben 10% oder zwischen 5 und 20%der Weltbevölkerung jemals einen Flug genommen. Viele Menschen können sich das Fliegen nicht leisten oder dürfen es aufgrund restriktiver Migrationspolitik nicht.

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Von den wenigen Prozent der Weltbevölkerung, die jemals geflogen sind, fliegt ein noch kleinerer Anteil regelmäßig. Zahlen für England zeigen, dass 10% der Einwohner mehr als die Hälfte der Flüge ins Ausland nehmen. Ähnliche Statistiken gibt es für andere Länder.

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Wenige Vielflieger heizen den Planeten auf – auf Kosten anderer: Bewohnern, die dem Lärm und der Partikel-Verschmutzung von Flugzeugen ausgesetzt sind, lokalen Ökosystemen, zukünftigen Generationen und denjenigen im globalen Süden, die schon jetzt die Hauptlast der Erderwärmung tragen.

Es muss auch ein großer Unterschied zwischen den Gründen für das Fliegen gemacht werden. Sollte also ein Geschäftsmann bezüglich seinen monatlichen Flügen zu seiner Villa in der Toskana genauso behandelt werden wie jemand, der alle zwei Jahre fliegt, um enge Familienangehörige auf einem anderen Kontinent zu besuchen? Es gibt Lösungen für dieses Ungerechtigkeitsproblem – erfahre mehr über eine Vielfliegerabgabe und andere Maßnahmen.

Warum nicht einfach die Emissionen deines Fluges ausgleichen?

„Fliegen ist kein Problem, wenn man ein bisschen mehr zahlt, um die Emissionen zu kompensieren“ – das ist die Botschaft, die Fluggesellschaften den Kunden sagen. Viele Organisationen greifen beim Versuch, nachhaltigere Reiserichtlinien umzusetzen, auf den Emissionsausgleich zurück. Aber das ist noch nicht alles: Das einzige existierende internationale Abkommen über die CO2-Emissionen der Luftfahrt, genannt CORSIA, setzt auf den Emissionsausgleich. Was steckt hinter diesem Emissionsausgleich?

Was ist Emissionsausgleich?

Projekte des Emissionsausgleichs befinden sich hauptsächlich in den Ländern des Globalen Südens. Viele von ihnen sind Projekte zur Wasserkraft, von denen behauptet wird, dass sie die Erzeugung von Energie aus fossilen Brennstoffen verhindern. Auch Walderhaltungsprojekte, Betreiber von Baumpflanzungen oder Organisationen, die klimafreundliche Kochherde unter Frauen in ländlichen Gebieten verbreiten, können Emissionsrechte verkaufen.

Was sind die Probleme des Emissionsausgleichs?

1. Emissionsausgleich reduziert die Emissionen nicht
Studien zeigen, dass die meisten Projekte ihre Einsparungen falsch berechnen. Das Öko-Institut untersuchte die Wirksamkeit bestehender Emissionsausgleichsprojekte der Vereinten Nationen und kam zu dem Schluss, dass nur 2% der Projekte mit hoher Wahrscheinlichkeit zu zusätzlicher Emissionsreduktion führen. Nach dieser Art wären Emissionsreduktionen auch ohne Bezahlung des Emissionsausgleichs erfolgt, zum Beispiel weil ein Wasserkraftwerk ohnehin gebaut worden wäre. Im Fall von Bäumen brauchen diese Jahre, damit ihr Wachstum ausreicht, den Kohlenstoff von deinem Flug wieder zu absorbieren. Es ist schwer zu garantieren, dass man sie lange genug stehen lässt, damit sie den Auswirkungen deines Flugs entgegenwirken können.

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2. Emissionsausgleich führt oft zu ökologischen Problemen und Menschenrechtsfragen
Da Emissionen im Globalen Süden billiger ausgeglichen werden können, finden die meisten Projekte dort statt. Sie führen oft zu lokalen Konflikten oder Landraub. Dies gilt insbesondere für Land- oder Waldprojekte wie REDD+ (Reducing Emissions from Deforestation and forest Degradation). Oft werden Kleinbauern und Eingeborene darauf beschränkt, den Wald wie ihre Vorfahren zu nutzen, um die vorausberechnete Menge an Kohlenstoff in den Bäumen zu speichern. Letzten Endes wird Emissionsausgleich als Kohlenstoff-Kolonialismus bloßgestellt, von vielen indigenen Gruppen.

 

3. Emissionsausgleich ist ein moderner Ablasshandel
Emissionshandel ermöglicht es einem kleinen Teil der Weltbevölkerung unbegrenzt zu fliegen und dabei ein vermeintlich reines Gewissen zu haben. Einige vergleichen daher den Handel mit Ausgleichsguthaben mit dem Ablasshandel der katholischen Kirche. Geld konnte die Vergebung von Sünde erkaufen – aber natürlich verhinderte dies die Sünde erst einmal nicht. Das Geld konnte verwendet werden, um Kathedralen zu bauen und den Vatikan in Schwung zu halten. Der derzeitige Papst Franziskus hat einen durchdachteren Blick auf den heutigen Emissionsausgleich. Er sagt: „Flugzeuge verschmutzen die Atmosphäre, aber mit einem kleinen Teil der Kosten des Tickets wollen sie Bäume pflanzen, um einen Teil der entstandenen Schäden zu kompensieren. … Das ist scheinheilig!“

4. Emissionsausgleich lenkt von wirklichen Lösungen ab
Mancher hat argumentiert, dass wenn wir Emissionsausgleich als „letztes Mittel“ ermöglichen und versuchen, die Emissionen vor Ort auszugleichen, dann wäre das besser, als nichts zu tun. Dennoch bleibt die Tatsache, dass der Emissionsausgleich dann zu einer Lizenz zur Verschmutzung wird und zur Erhaltung des Status quo beiträgt. Auf diese Weise verhindert der Emissionsausgleich die notwendigen grundlegenden Veränderungen unseres Systems der Mobilität.

Wenn du also tatsächlich Geld geben willst, unterstütze lieber diese Kampagne, anstatt es Unternehmen des Emissionsausgleichs zu zahlen =)

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Ist umweltfreundliches Fliegen möglich?

Angesichts wachsender Kritik wird die Luftfahrtindustrie nervös. In Kampagnen gibt sie sich einen grünen Anstrich, indem sie ihre Absicht verkündet, die Luftfahrt künftig umweltfreundlicher zu machen. Technologische Effizienz, Biokraftstoffe und Emissionsausgleich spielen dabei eine große Rolle. Das Problem ist: Das Wachstum der Luftfahrt steht außer Frage und die vorgeschlagenen Lösungen sind weit davon entfernt, das Problem anzugehen.

Im Februar 2020 wurde der größte Emitter der Luftfahrt in Europa, Ryanair, von einem Gericht bestraft für die irreführende Behauptung, er sei eine umweltfreundliche Fluggesellschaft. Dies war ein klares Urteil – doch meistens und ohne die Details zu kennen, ist es schwer, die Märchen der Branche zu entschlüsseln.

Energieeffizienz: Zu wenig

Durch den Einsatz besserer Technologien in neuen Flugzeugen werden Effizienzgewinne von rund 1,5% im Kerosinverbrauch angestrebt. Effizienzgewinne machen das Fliegen jedoch in der Regel billiger und ermutigen daher noch mehr Menschen zum Fliegen. Angesichts dessen, dass die erwartete jährliche Wachstumsrate der Branche derzeit 3,7% beträgt und in letzter Zeit 7% betrug, kratzen die Einsparungen aus Effizienzgewinnen kaum an der Oberfläche.

 

Alternative Kraftstoffe: Palmöl in den Tank?

Die Industrie plant, einen Teil ihres fossilen Kerosins durch Biotreibstoff zu ersetzen – Treibstoff aus Abfällen oder Ölpflanzen. Heute haben Biotreibstoffe einen Anteil von 0,01 % aller verwendeten Flugtreibstoffe. Laut IATA könnte der Anteil anwachsen auf 2 % bis 2025. Das ist sehr wenig – was tatsächlich eine gute Nachricht sein mag. Biokraftstoffe können zu Landkonflikten und ökologischen Schäden führen, insbesondere wenn Schutzmaßnahmen im Grunde nicht vorhanden sind, so wie dies bei Flugtreibstoff der Fall ist. Palmöl ist die praktikabelste Option, auch wenn dessen Plantagen eine der Hauptursachen für Waldzerstörung, Verlust biologischer Vielfalt und Menschenrechtsverletzungen sind. Eine Studie der Europäische Kommission kam zu dem Schluss, dass Palmöl-Biokraftstoffe mindestens dreimal so viel Treibhausgasemissionen freisetzen wie die fossilen Brennstoffe, die sie ersetzen. Eine weitere aktuelle Studie stellt fest, dass die Luftfahrtregulierungsbehörden sehr optimistische und fragwürdige Berechnungen für die Emissionsreduktionen verwenden, die sie durch Biokraftstoffe behaupteten erreichen zu können.

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Elektroflugzeuge: 40 Jahre entfernt

Elektroflugzeuge, die sich heute in der Entwicklung befinden, sind weit entfernt von kommerziellen Jets – sie mögen bis zu 9 Passagiere befördern können, aber das kann auf keinen Fall die Zukunft sein, mit Batterien, die einfach zu viel wiegen. „Realistisch gesehen sind hybrid- und vollständig elektrische Flugzeuge noch etwa 40 Jahre entfernt“, sagt Duncan Walker von der Loughborough Universität, UK.

E-Treibstoff: Eine naive Hoffnung

Mit Hilfe von Strom hergestellter synthetischer Treibstoff (Power to Liquid) ist technisch machbar, aber es gibt noch fast keine Anlagen, um ihn zu produzieren. Die Umwandlung von Strom in Brennstoff ist ein energieintensiver Prozess. Die elektrischen Brennstoffe könnten theoretisch durch überschüssige erneuerbare Energie erzeugt werden und als Speichertechnologie in Zeiten hoher Wind- oder Solarenergieerzeugung dienen. Das Problem ist: Wir sind weit davon entfernt, auch nur genügend erneuerbare Energie für den terranen Transport, die landwirtschaftliche Produktion oder das Heizen zu produzieren. Würden derzeit alle Flugzeuge mit E-Brennstoffen fliegen, würde dies mehr verbrauchen als der auf der ganzen Welt vorhandene erneuerbare Strom, und es würde nichts für andere Sektoren übrig bleiben. Schlimmer noch ist, dass die Nicht-CO2-Klimaeffekte des Fliegens bestehen bleiben – und diese sind etwa doppelt oder dreimal so hoch wie die CO2-Emissionen.

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Umleitung von Flügen: Abmilderung der Auswirkungen von Kondensstreifen
Ein eher vielversprechender Ansatz ist die Änderung der Routen einiger Langstreckenflüge: Dies könnte den nicht-CO2-Klimaerwärmungseffekt von Kondensstreifen abmildern, bei denen es sich um Zirruswolken handelt, die sich je nach Ort und Zeit unter besonderen atmosphärischen Bedingungen formieren. Betroffen sind vor allem transatlantische Nachtflüge. Kondensstreifen haben einen ähnlichen Klimaeffekt wie CO2 – ihre Begrenzung ist daher sehr sinnvoll. Nichtsdestoweniger wird die Änderung der Routen auf Kosten von mehr verbranntem Treibstoff gehen. Dies muss daher mit einer Reduzierung der Flüge einhergehen.

Emissionsausgleich: Verlagerung des Problems anstatt es anzugehen

Da es in naher Zukunft keine technologischen Lösungen gibt, ist die Lösung, die die Luftfahrtindustrie am häufigsten präsentiert, der Ausgleich von Emissionen: Die Wiedergutmachung von Emissionen durch den Kauf von Emissionsrechten. Finde hier heraus, warum diese Option das Problem nicht löst, zu unbeabsichtigten Problemen führt und zu noch größeren Problemen führen könnte.

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Warum sind die Klimaauswirkungen der Luftfahrt unzureichend reguliert?

Lies, warum die Industrie ihre eigenen Regeln festlegen und weiter verschmutzen darf.

Im Vergleich zu anderen Sektoren sind die Emissionen der Luftfahrt besonders schlecht reguliert. Die Luftfahrtindustrie scheint einen Sonderstatus zu genießen, der sich nicht nur in riesigen Steuerprivilegien widerspiegelt.

Im Pariser Abkommen, wie in seinem Vorgänger, dem Kyoto-Protokoll, wird der internationale Luftverkehr, auf den etwa 65% der Emissionen der zivilen Luftfahrt entfallen, nicht erfasst, und auch der inländische Luftverkehr wird nicht ausdrücklich erwähnt. Stattdessen ist die Organisation der Vereinten Nationen ICAO (International Civil Aviation Organisation) zuständig.

Im Jahr 2016, 18 Jahre nachdem sie dazu den Auftrag erhielt, legte die ICAO ihren Klimaplan für den Luftverkehr mit dem Namen CORSIA (Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation) vor. Diese CORSIA-Regelung soll die Emissionen des Luftverkehrs ab 2020 begrenzen und ein „CO2-neutrales Wachstum“ ermöglichen. Dies soll vor allem durch Emissionsausgleich erreicht werden, d.h. durch die Kompensation von Emissionen durch vermeintlich klimafreundliche Projekte. Lies hier mehr über die Probleme mit Emissionsausgleich.

CORSIA involviert mehrere andere Probleme: Erstens wird überhaupt nur ein kleiner Teil der Emissionen abgedeckt. Die ersten Jahre sind auf freiwilliger Basis und nur 81 Staaten wollen teilnehmen. Zweitens deckt das Programm nur den Anstieg der Emissionen ab 2021 (bis 2035) ab, d.h. die Emissionen, die ab diesem Zeitpunkt jedes Jahr zu dem Niveau von 2020 hinzukommen werden. Aber schon jetzt sind die Emissionen der Luftfahrt zu hoch und müssten reduziert werden. Drittens werden die Nicht-CO2-Auswirkungen der Luftfahrt nicht berücksichtigt, was bedeutet, dass mindestens die Hälfte der Klimaauswirkungen ignoriert wird. Viertens beinhaltet CORSIA nicht die Emissionen aus Inlandsflügen. Fünftens könnte CORSIA möglicherweise strengere nationale Luftfahrtvorschriften rechtlich verhindern. Noch weitere Mängel, Schlupflöcher und fehlende Sicherungsmaßnahmen führen dazu, dass viele zivilgesellschaftliche Gruppen fordern CORSIA zu stoppen.

In Europa werden Flüge theoretisch durch das EU-Emissionshandelssystem abgedeckt. Jedoch kostet eine Tonne CO2 laut dieser Regelung viel zu wenig, um wirklich etwas zu bewirken. Darüber hinaus wird den Fluggesellschaften ein großer Teil der Emissionsrechte kostenlos zugeteilt. Und internationale Flüge von und in die EU bleiben komplett außen vor.

Die fehlende Regulierung des Luftverkehrssektors wird oft erklärt mit der historischen Bedeutung der Luftfahrtindustrie für die nationale Sicherheit. Der Verkauf von Militärgerät macht 20% des Umsatzes des Flugzeugherstellers Airbus und ganze 50% des Umsatzes von Boeing aus. Die beiden Konzerne dominieren den internationalen Flugzeugbau und die von ihnen gebauten Flugzeuge sind für bis zu 92% der Emissionen im Luftverkehr verantwortlich.

Viele Länder rechtfertigen ihre Weigerung, ihren Luftfahrtsektor zu regulieren, mit dem Hinweis darauf, dass sich die Reduktionsziele des UN-Klimaabkommens auf die Emissionen beziehen, die innerhalb der Grenzen eines Landes freigesetzt werden, und diese die Luftfahrt nicht umfassen würden. Diese Argumentation ist nicht widerspruchsfrei: Schließlich werden viele Produkte eines Landes exportiert, und ihre Emissionen werden dennoch dem Produktionsland zugeteilt. Das in einem Land getankte Kerosin könnte leicht gemessen und berücksichtigt werden. Die eingeschränkte Regulierung ist ein Grund warum Flüge im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln so billig sind.

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Warum ist das Fliegen so irrwitzig billig?

Für € 11,50 nach Palma de Mallorca fliegen!? Fliegen war noch nie billiger. Einige Flugtickets kosten weniger als das Zugticket in die nächste Stadt. Aber wie ist das möglich? Nun, Fliegen ist nicht von Natur aus so billig, es wird billig gemacht. Und am Ende zahlt immer einer.

Die Steuerprivilegien der Luftfahrtindustrie

Ein Hauptgrund für die niedrigen Ticketpreise ist, dass Steuergelder dazu beitragen, das Fliegen so billig zu machen. Jeder – auch diejenigen, die nicht fliegen – zahlt für ein unverständliches Durcheinander von Subventionen, Steuerbefreiungen und öffentlichen Investitionen , damit das umweltschädlichste Verkehrsmittel billig bleibt.

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Während Benzin für das Auto oder Heizöl besteuert werden, ist das beim Kerosin der Luftfahrt nicht der Fall. In den meisten Ländern sind Flugtickets auch von der Mehrwertsteuer befreit – während wir sie für lebensnotwendige Produkte wie Lebensmittel und Medikamente bezahlen. Darüber hinaus zahlt fast kein Flughafen Grundsteuer auf seine Grundstücke und Räumlichkeiten. Dutzende Milliarden Euro gehen in der Europäischen Union verloren, Geld das stattdessen zur Förderung alternativer Reisemöglichkeiten verwendet werden könnte. Hinzu kommt, dass Flugzeughersteller von staatlichen Subventionen profitieren, was zu billigeren Flugzeugen führt. Tatsächlich haben die USA und einige EU-Länder ihren jeweiligen Flugzeugherstellern – Boeing auf der einen und Airbus auf der anderen Seite – Milliarden illegaler staatlicher Unterstützung und günstige Kredite gewährt.

Ausbeutung der Besatzung

Während die Luftfahrtindustrie immer größere Gewinne macht, wächst der Druck auf ihre Mitarbeiter. Qualität und Sicherheit nehmen ab, Stress und Burnout nehmen zu. Qualifiziertes Personal wird zunehmend durch unerfahrene, billigere Teilzeitbeschäftigte ersetzt. Vor allem bei Billiganbietern geht das Modell auf Kosten der Mitarbeiter.

Die mittlerweile größte europäische Fluggesellschaft Ryanair war deshalb dem Protest der Gewerkschaften ausgesetzt. Das Unternehmen sucht nach den schwächsten Verträgen in der EU, lagert Arbeit über Agenturen und Scheinselbstständigkeitsprogramme aus. Ryanair nutzt auch die Strategie der aggressiven Unterdrückung von Gewerkschaften und Feindseligkeit gegenüber den Rechten der Arbeitnehmer sich zu organisieren, zu äußern und eine Vertretung zu suchen, frei von Schikane und Repressalien. Nach einer großen Kampagne war der Kampf gegen Ryanair teilweise erfolgreich.

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Welche politischen Veränderungen brauchen wir?

Es gibt kein unendliches Wachstum auf einem endlichen Planeten. Anstatt dem Wachstum der Luftfahrt einen grünen Anstrich zu verpassen, ist es an der Zeit, die Luftfahrt zu verringern. Wir brauchen Züge, keine Flugzeuge. Lasst uns reisen, als gäbe es ein Morgen und Alternativen unterstützen. Und lasst uns aufhören, die Luftfahrtindustrie mit Steuergeldern zu überschütten.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Luftfahrt anzugehen. Es muss nur auf gerechte Maßnahmen geachtet werden: Es ist nicht fair, nur die Preise für Flugtickets zu erhöhen, so dass ausschließlich wohlhabende Menschen fliegen können. Wie man das Fliegen auf gerechte Weise reduzieren kann, war das Thema einer Stay Grounded Konferenz, die im Juli 2019 in Barcelona stattfand. Die Ergebnisse können in dem Bericht „Verringern der Luftfahrt“ nachgelesen werden.

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Was passiert, wenn Flughäfen zunehmen?

Es geht nicht nur um das Klima. Wenn die Luftfahrt wächst, hat dies auch viele andere Folgen am Boden.

Hunderte neuer Flughäfen oder Flughafenerweiterungen sind geplant um das rasante Wachstum der Luftfahrt anzukurbeln. Weltweit sind 550 neue Flughäfen oder Start- und Landebahnen geplant oder werden gerade gebaut, dazu kommen Start- und Landebahnerweiterungen, neue Terminals usw., was einen Gesamtumfang von mehr als 1200 Infrastrukturprojekten hat.

Die meisten von ihnen erfordern neuen Landerwerb, bringen die Zerstörung von Ökosystemen mit sich, die Verdrängung von Menschen, lokale Umweltverschmutzung und Gesundheitsprobleme. Lärm, Partikel und Feinstaub sind ein großes Problem für Anwohner, die in der Nähe von Flughäfen wohnen. Immer mehr Flughäfen, vor allem im globalen Süden, werden zu `Aerotropolis` oder Flughafenstädten, umgeben von gewerblicher und industrieller Entwicklung, Hotels, Einkaufsstädten, Logistikzentren und Straßen, oder angebunden an Sonderwirtschaftszonen. Diese Projekte stehen oft im Zusammenhang mit Menschenrechtsverletzungen.

Flughäfen stehen für eine Hauptinfrastruktur der globalisierten kapitalistischen Wirtschaft und werden benötigt für die Just-in-time-Produktion und den Handel mit Waren, Arbeitsreisen, das Tourismusgeschäft sowie die Deportation unerwünschterReisender: illegaler Einwanderer. Wirksamer Widerstand gegen Flughafenprojekte kann verhindern, dass eine emissionsintensive, zerstörerische Form der Mobilität über Jahrzehnte in die Zukunft zementiert wird.

Diese Karte trägt Fallstudien zusammen, die eine Vielzahl von Unrechtsfällen im Zusammenhang mit Flughafenprojekten auf der ganzen Welt dokumentieren. Sie wurde erstellt als eine Zusammenarbeit von Environmental Justice Atlas und Stay Grounded. Für weitere Informationen, oder falls du Informationen über einen lokalen Flughafenstreit beitragen möchtest, wende dich bitte an: mapping[at]stay-grounded[dot]org