10 Gründe, weshalb es eine wirklich schlechte Idee ist, wieder zu fliegen wie vor Corona
Januar 11, 2021
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10 Gründe, weshalb es eine wirklich schlechte Idee ist, wieder zu fliegen wie vor Corona
Januar 11, 2021

Die Pandemie hat den Flugverkehr 2020 massiv reduziert und dem Klima eine kurze Atempause vergönnt. Aber wenn wir Corona hoffentlich in diesem Jahr überwinden – heben wir dann wieder ab wie zuvor? Wir sagen: Nein! Und hier 10 Gründe warum:

1. Flüge vergrößern den Klima-Fußabdruck

Ein einziger Langstreckenflug kann mehr zu Ihrem individuellen Fußabdruck beitragen, als die meisten Menschen auf der Welt in einem ganzen Jahr produzieren. Second-hand-Kleidung kaufen, vegetarisch essen und weniger Auto fahren ist alles wichtig- aber ein einziger Flugerzeugt oft mehr Emissionen als mit all diesen Dingen eingespart werden kann.

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2. Fliegen ist der schnellste Weg in die die Klimakatastrophe.

Fliegen ist die klimaschädlichste Form des Transports. 2018 war Fliegen für 6% der globalen Klimawirkung verantwortlich. Das liegt vor allem daran, dass die Klimawirkung des Fliegens nicht nur von CO2 abhängt. Durch weitere Treibhausgase, die in großer Hähe ausgestoßen werden, ist die Gesamtklimawirkung des Fliegens durchschnittlich 3 mal so hoch wie der Effekt der CO2-Emissionen. Es ist daher offensichtlich ein großes Problem, dass der Flugverkehr vor der Pandemie wie verrückt weiter wuchs.

3. Fluverkehr ist extrem ungerecht.

Nur 1% der Weltbevölkerung verursacht mehr als die Hälfte aller Emissionen aus Flugreisen. Die traurige Ironie dabei ist, dass die Menschen die selbst nie fliegen meist diejenigen sind, die die Konsequenzen der Klimakrise als erstes treffen. Und auch wenn es teilweise gute Gründe gibt zu fliegen – zum Beispiel um ab und zu Familie auf einem anderen Kontinent zu besuchen – gibt es einfach viel zu viele unnötige Flüge. Z.B. Wochend-shopping-trips nach Paris oder business Flüge mit hin- und Rückflug am selben Tag.

4. Kompensation von Emissionen ist nicht wirklich möglich.

Wenn sogenannte “carbon offsets” gekauft werden um Flugemissionen auszugleichen, ist das in etwa wie der Versuch sich von den eigenen Sünden durch Ablässe freizukaufen – das hat für die katholische Kirche nicht funktioniert und es wird auch die Klimakrise nicht lösen. Die meisten Offset-Projekte reduzieren auch nicht mal Emissionen. Sie befinden sich oft in Afrika, Lateinamerika oder Südostasien, weil es dort billiger ist und führen dann dort zu Landkonflikten und Menschenrechtsverletzungen. Im Endeffekt ist es ja so: wer Emissionen ausgleichen muss, lebt offensichtlich über die eigenen Verhältnisse.

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5. Klimaneutrales Fliegen ist eine Illusion.

Die „Lösungen“, die die Flugindustrie abietet, wie elektrisches Fliegen, Agrartreibstoffe oder synthetische Treibstoffe, sind ein bisschen wie wenn die Tabakindustrie für zukünftig „gesunde“ Zigaretten wirbt. Sie sollen vor allem ihr schädliches business legitimiseren – sind aber vollkommen unrealistisch.

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6. Die Flugindustrie ist unverantwortlich.

Seit Jahrzehnten arbeitet die Fluglobby gegen angemessene Klimaregulierungen, die es bis heute immer noch nicht gibt. Über Steuerprivilegien wie eine fehlende Kerosinsteuer, erhält die Industrie jährlich Milliarden von uns – ob wir nun fliegen oder nicht. Konzerne wie Fraport bauen überall auf der Welt neue Flughäfen und zerstören dabei Land und verdrängen die lokale Bevölkerung – wie zur Zeit in Vila Nazaré in Brasilien. Wollen wir unser Geld wirklich einer solchen Industrie geben?

7. Fluglinien haben die Corona-Krise ausgenutzt.

Fluglinien und Flughäfen haben 2020 weltweit hunderte Milliarden an Steuergeldern von Regierungen bekommen – überwiegend ohne irgendwelche sozialen oder umwelttechnischen Bedingungen. Aber anstatt im Gegenzug Verantwortung zu übernehmen, hat die Industrie die gesundheitlichen Sicherheitsstandards gedrückt um das Fliegen weiter zu ermöglichen, sie hat Lobbyarbeit gegen effektive Klimamaßnahmen und für Greenwashing voran getrieben, ihr Greenwashing und hunderttausende Mitarbeiter*innen weltweit entlassen.

 

8. Viele business-Flüge können sehr einfach ersetzt werden.

Während der Pandemie haben wir gelernt, dass viele Konferenz und Treffen durch Video-calls ersetzt werden können. Auch wenn es manchmal notwendig ist sich persönlich zu treffen, sind virtuelle Treffen oft sogar praktischer. Es ist billiger und entspannter als ständig einen jet-lag zu haben. Und wenn die Reiserichtlinien deines Arbeitgebers es erschweren Alternativen zur Flugreise zu nehmen, engagier dich um sie zu verändern!

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9. Es gibt bessere Möglichkeiten zu reisen.

Wenn wir die Klimakatastrophe verhindern wollen, müssen wir unseren Lebensstil in vielen Bereichen ändern – sei es nun Ernährung oder Mobilität. Die gute Nachricht ist: es gibt klimafreundliche Alternativen zum Fliegen. Eine Zugfahrt kann bis zu 70 mal weniger Emissionenverursachen als ein Flug. Langsames Reisen braucht zwar mehr Zeit, aber dafür erlebst du dabei auch viel mehr – beispielsweise bei einem Segeltrip oder einer zweiwöchigen Radtour.

10. Wir müssen das ganze System verändern.

Globale Mobilität über alle Grenzen hinweg, wird auch in Zukunft wichtig sein – aber Fliegen muss darin eine geringere Rolle spielen. Wenn wir eine lebenswerte Welt für alle schaffen wollen, können wir nicht bei der Reduktion von Flugverkehr aufhören. Das ist nur ein Teil unserer auf Hochgeschwindigkeit getrimmten ökonomischen Systems, das uns und dem Planeten kaum Luft zum atmen lässt. Lasst uns dieses System verändern, einen Gang runterfahren und eine bessere Zukunft für alle schaffen. Lasst uns 2021und in Zukunft terran bleiben!

 

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